Cantharidenpflaster
Die Cantharidenpflasterbehandlung ähnelt in gewisser Weise der Schröpfkunst. Während man sich beim Schröpfen mit dem Blut beschäftigt, wendet man sich hier der Lymphe zu.
Auch diese Heilweise mit "blasenziehenden Pflastern" ist so alt wie die Säftelehre selbst. Unter diesen Verfahren hat bei uns noch das Cantharidenpflaster, welches aus der "spanischen Fliege", einer in Mitteleuropa heimischen Käferart hergestellt wird, therapeutische Bedeutung.
Durch das Aufsetzen haben wir folgende Geschehen:
Regional
wird dem Gewebe Flüssigkeit entzogen (Blase).
Dies führt am Ort des Geschehens zur Erneuerung der Säfte, zur Regeneration
des Bindegewebes und zur Anregung der Sekretion der serösen Häute.
Allgemein kommt es zum Verlust eines Teiles des sogenannten "Reaktionssubstrates"
des Körpers und somit zu einer momentanen Schwächung akuter Prozesse,
die vom Anwendungsgebiet entfernt liegen.
Reaktiv wird die Abwehr gesteigert, es kommt zu einem Leukozytenreiz
und damit zur Stärkung des Immunsystems.
Zusammenfassend kann gesagt werden:
Die Idee ist, auf den in seiner Eigenregulation gestörten Organismus
so hinzuwirken, daß durch eine Förderung der Ausscheidungsvorgänge eine
Reinigung des Körpers erfolgt und als Folge davon die Eigenregulation
wieder möglich ist.
Der Inhalt der Blase kann verworfen, oder aber, eventuell mit Zusätzen,
wieder verabreicht werden.
Keine Angst, bis auf ein wenig Brennen spüren Sie von dieser Anwendung nicht viel. Bei sachkundigem Ansetzen und Einhaltung der an den Patienten gegebenen Regeln bleiben auch hier keine Hauterscheinungen auf Dauer zurück.